• Bericht über die Teilnahme an der 3. NGO-Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung

    Mitte: Frau von Pawelsz-Wolf Mit zwei weiteren Vereinsmitgliedern habe ich am 7.-8. Juni 2004 an der 4. NGO-Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kiew teilgenommen, die unter dem Titel stand: "Wege für ein koordiniertes Vorgehen". Unser deutscher Botschafter Dietmar Stüdemann eröffnete die Tagung mit einer wegweisenden Ansprache. Er zeigte auf, daß diese Tagung mit ihren 160 deutschen und ukrainischen Teilnehmern ein lebendiger Beweis für die Solidarität zwischen unseren beiden Völkern sei. Die Notwendigkeit für ein nicht staatliches Engagement ist sehr notwendig – auch wenn die Perspektiven in beiden Ländern schwierig ist. Für die Ukraine ist es neu, daß der Staat nicht mehr allein über die Geschicke der Bevölkerung entscheidet. Das ist ein wichtiger Schritt zur Demokratie und damit wächst das staatsbürgerliche Bewußtsein in der Ukraine. Auf diese Weise kann die Ukraine an die europäischen Denkweisen herangeführt werden. Botschafter Stüdemann erklärte, daß die NGOs Inseln der Solidarität in der Ukraine sind, für die eine Vernetzung notwendig wird, damit sie gemeinsam als ein nicht zu übersehender Block auftreten und dadurch bei der Durchsetzung ihrer Ziele noch erfolgreicher sein können.

    Der Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung, Herr Kurth, zeigte in seinem kurzen Statement auf, daß nach den ersten Anfängen bei der 1. NGO-Konferenz in Hamburg jetzt bereits eine Adressenkartei mit 340 in der Ukraine zivilgesellschaftlich tätigen Organisationen verzeichnet werden kann. Durch eine bessere Vernetzung verspricht er sich eine wirkungsvollere Arbeit. Dr. Oberländer vom Deutsch-Ukrainischen Forum erklärte, daß die NGOs Meilensteine beim Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen gesetzt hätten und erläuterte, daß in den vergangenen Jahren über 50 Mio € an Hilfsgütern und über 60 Mio € an Hilfsleistungen von den verschiedenen NGOs erbracht wurden. Der ukrainische Abgeordnete Vasyl Onopenko machte deutlich, daß die Rechtsgrundlage für die Arbeit der Zivilgesellschaften die seit Januar 2004 bestehende Verfassung ist.

    TMaria von Pawelsz-Wolf Zum Thema "Was haben wir seit der 1. Deutsch-Ukrainischen NGO-Konferenz erreicht konnte ich einen Bericht über unsere Vereinsarbeit abgeben und auf unsere verschiedenen Tätigkeiten auch im Hinblick auf die Ausbildung von jungen Ukrainerinnen und den Aufbau von Kleinbetrieben hinweisen. Von anderen Teilnehmern wurde auch über Ausbildung in Deutschland gesprochen, so daß sich neue Informationen und Möglichkeiten des Erfahrungsaustausches ergaben. Auf die Frage nach Verbesserungen unserer Arbeit wurde immer wieder deutlich gemacht, daß im Vordergrund die Hilfe zur Selbsthilfe stehen muß. Unsere Partnervorsitzende Raissa Pawljukowitsch konnte auch viele für sie wichtige Informationen bekommen in der Hoffnung, daß sie dadurch in der Zukunft bei ihrer Arbeit in Kamenez-Podolski Erleichterungen hat.

    In verschiedenen Arbeitsgruppen haben wir über die Frage der Vernetzung diskutiert und sind zu dem Entschluß gekommen, ein Koordinationsstelle in Kiew einzurichten und für die deutschen NGOs eine Verbindungsstelle in Leipzig aufzubauen. Das Deutsch-Ukrainische Forum und die Friedrich-Ebert-Stiftung wollen die Arbeit dieses Zentrums unterstützen, damit wir in der Zukunft größere Erleichterungen bei der Durchsetzung unserer Ziele erfahren. Über das Deutsch-Ukrainische Forum - http://www.forumnetukraine.org - sollen die neuesten Informationen aus dem Internet abgerufen werden können. Dazu ist es notwendig, daß jede NGO ihre Daten dort speichern läßt.

    Für die Zukunft sehen wir nach dieser Tagung die Möglichkeiten einer Erleichterung der häufig schwierigen Hilfsarbeit. Eine erfreuliche Erfahrung war außerhalb der Tagung die Begegnung mit den in Wiesbaden ausgebildeten jungen Frauen, die jetzt in Kiew arbeiten. Zu unserer ersten Schülerin Witalija wurden wir nach Hause eingeladen und hatten dort gute Gespräche. Lessja und Nina trafen wir bei verschiedenen Gelegenheiten. Switlana besuchte uns mit ihrem deutschen Chef im Hotel. Von ihm haben wir viel gelernt über den Umgang mit den Menschen in der Ukraine. Er ist Unternehmensberater und sprach voll des Lobes von Switlanas Arbeit. Diese Treffen haben unsere Tage in Kiew noch mit wahren Lichtpunkten erhellt. Sie zeigten uns, daß die Ausbildung an der Schulze-Delitzsch-Schule in Wiesbaden sehr sinnvoll ist und ein wichtiger Beitrag zum Aufbau der Ukraine bedeutet. Wir hoffen sehr, daß wir immer wieder Familien finden, die eine junge Ukrainerin für die Zeit ihrer Ausbildung bei sich aufnimmt, damit wir mit notwendigen Hilfe fortfahren können.

    von links: stellvertr. Leiter des Deutsch-Ukrainischen Forums -Dr.Oberländer, Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung - Herr Kurth, Botschafter der Ukraine in Deutschland - Herr Ponomarenko, im Gespräch mit Tagungsteilnehmern Botschafter Ponomarenko im Gespräch von links: Botschafter Ponomarenko, Herr Kurth, Dr. Oberländer