Schüler

  • Projekt "Ausbildung junger Ukrainer/innen in Wiesbaden"

    Seit 1996 ermöglicht der Partnerschaftsverein Wiesbaden-Schierstein/Kamenez-Podolski, dass ukrainische Student/innen eine kaufmännische Ausbildung machen können. Dafür besuchen die jungen Frauen und Männer, die bereits ein abgeschlossenes Deutschstudium auf Lehramt absolviert haben, zwei Jahre lang die Schulze-Delitzsch-Schule (Berufsfachschule für Wirtschaft) in Wiesbaden.

    Wer sich vorstellen kann, eine Ukrainerin oder einen Ukrainer während ihrer/seiner Schulzeit als Gastfamilie aufzunehmen, bekommt weitere Informationen von:

    Martina Lotz, Telefon 06122 - 7 65 05,
    Doris Engel-Simon, Telefon 06129 - 25 48,
    oder Maria von Pawelsz-Wolf (Vorsitzende), Telefon 0331 - 280 05 29. Mehr darüber lesen Sie hier

  • Mykola Hontscharuk (Niko)

    „Die Zeit ist sehr schnell vorbeigegangen“, sagt der 24-Jährige, der von allen Niko genannt wird. Er hatte an einem Programm des Partnerschaftsvereins Wiesbaden-Schierstein/Kamenez-Podolski teilgenommen, das es ukrainischen Studentinnen und Studenten ermöglicht, eine kaufmännische Ausbildung zu machen. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Deutschstudium.
    Mehr darüber lesen Sie im Wiesbadener Tagblatt, 03.05.2018

    24-jähriger Ukrainer berichtet von seinem Austauschjahr in Wiesbaden (Wiesbadener Tagblatt, 03.05.2018)

    Einen weiteren Artikel "Ukrainer Mykola Hontscharuk (Niko) besucht für zwei Jahre Schulze-Delitzsch-Schule" zu Nikos Aufenthalt
    in Wiesbaden im Wiesbadener Kurier lesen Sie hier.
    Nikos erster Tag in Wiesbaden Nikos Rucksack voller Reise-Pins Familie Browman zu Besuch in der Ukraine
    Familie Browman zu Besuch in der Ukraine Familie Browman mit Niko in der Ukraine Niko mit den Gasteltern Browman zu Besuch in Cafe Drei Lilien in Kamenz-Podolski
    Niko mit Familie Browman in Odessa am Meer Niko mit Gasteltern in Lemberg/Lwiw Niko mit Familie Browman

  • Switlana Koval

    Hallo, liebe Frau von Pawelsz-Wolf,
    vielen Dank für die Einladung zum 25-jährigen Jubiläum des Partnerschaftsvereins. Es bleiben nur noch 10 Tagen bis zur Feier und bei mir ist bis zu dem Zeitpunkt noch keine Geschäftsreise angemeldet. Also wie es aussieht, komme ich leider nicht nach Wiesbaden.

    ... Zu meiner Ausbildung: Ich bin mir sicher, es ist jedem in seinem Leben so gegangen, dass manche Momente in unserem Leben einen starken Einfluss auf den weiteren Lebenslauf haben, sogar bis es sich in eine andere Richtung ändert. Ich glaube, dass die Ausbildung an der Schulze-Delitzsch-Schule so ein Lebensrichtungswechsel bei mir war. Gleich am ersten Schultag wurden meine Pläne, die ich mir im Kopf gebaut hatte, zerstört, da ich erfuhr, dass ich für die 2-jährige Ausbildung angemeldet war und nicht für eine 1-jährige, wie ich mir gedacht hatte. Aber der liebe Gott hatte für mich einen besseren Projektplan!

    Während der Ausbildung hatte ich Möglichkeit die nettesten Menschen kennenzulernen: Familie Dörr und Familie Simm. Die Familien hatten mich unterstützt, geholfen, meine Tränen getrocknet, in schweren wie in guten Zeiten waren sie immer für mich da. Ich konnte zu jedem Zeitpunkt einen klugen und richtigen Rat bei ihnen holen, sie hatten eine schöne Welt gezeigt: Sie hatten mich immer zu schönsten Veranstaltungen, die es im Wiesbadener Kurhaus und nicht nur dort gab, mitgenommen: Oper, Ballettaufführungen, Theaterstücke, Konzerte, Ausflüge ins Rhein-Main-Gebiet, Feste, Reisen nach Dresden, Würzburg, München – jedes Wochenende war ein Ereignis für mich. Es waren die besten zwei Jahre meines Lebens!!!

    Zusätzlich muss ich sagen: ich war von erster Minute in die Familien integriert und fühle mich bis jetzt als ein Teil der Familien.

    Nach meiner Rückkehr in die Ukraine habe ich mich wie ein Vogel mit ausgespreizten Flügeln gefühlt – es war für mich jede Tür offen, da die Ausbildung viele Möglichkeiten in verschiedenen Gebieten bietet. Zuerst habe ich als eine Direktorin in einem kleinen Hotel gearbeitet. Später bin ich bei Prettl Kabel Konfektion-Team in die Abteilung Fertigungsvorbereitung eingestiegen. Ich wurde in technischen Sachen eingearbeitet und hier intern ausgebildet. Das hat von 2005 bis 2011 gedauert. Seit 2011 hat das Prettl Hauptquartier beschlossen, in der Ukraine eine Projektierungsabteilung. Bis jetzt arbeite ich in der Abteilung als Projektingenieur. Meine Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Besonders weiß ich meine persönliche Weiterentwicklung zu schätzen. Ich erfahre jeden Tag etwas Neues und sehe meine Arbeit auch als Fortbildung. Ich fühle mich in Arbeit mit den deutschen Kollegen, die nach Prettl Kabel Ukraine kommen, auf dem gleichen Niveau.

    Dazu muss ich sagen, dank meiner Ausbildung habe ich nach wie vor Dienstreisemöglichkeiten ins Ausland. „Kann hier noch jemandem widerreden, dass die Ausbildung in Deutschland keinen Einfluss aufs Leben bewirkt hat? Nichtsdestotrotz war es nicht die Ausbildung, die mein Leben zum besseren gemacht hat, sondern der Liebe Gott durch Frau von Pawelsz-Wolf. Schließlich stand sie am Anfang der Sache und war an allem „Schuld“ (ein Witz). Schade, dass ich nur mit 5 Buchstaben meine Gefühle ausdrücken kann. DANKE!

    Ich wünsche dem Partnerschaftsverein zu dem 25-jährigen Jubiläum weiter blühen und gedeihen. Schließlich ist man in dem Alter jung, schön, motiviert, aktiv, voll Energie. Und auf jeden Fall weitere 25 Jahre mindestens.“

    Freundliche Grüße,
    Switlana Koval

  • Juliana Pidvalna

    Juliana hat im Juni erfolgreich die Berufsfachschule abgeschlossen. Weiter lesen Sie einen Schulbericht der Schulze-Delitsch-Schule über den Weihnachtsmarkt, wo auch Juliana einige Köstlichkeiten aus der Ukraine vorgestellt hat und über die Weihnachtsfest in ihrer Heimat berichtet hat:

    ZAUBERHAFTER INTERNATIONALER WEIHNACHTSMARKT IN DER SDS

    14 Schülerinnen und Schüler der 12-BFB richten multikulturellen Weihnachtsmarkt aus Es sind nicht immer Lebkuchen, Stollen, Kartoffelpuffer mit Apfelmus oder Glühwein, wie bei uns üblich, die die Hitliste der weihnachtlichen Köstlichkeiten anführen.. „Der Heilige Abend in der Ukraine fällt auf den 6. Januar und wir tischen im Gedenken an die zwölf Apostel zwölf Fastenspeisen auf. Unter den Tisch legen wir Heu, das mit seinem Geruch an die Geburt Jesus erinnern soll. Und vom 7. bis zum 13. Januar gehen wir jungen Leute in unserer ukrainischen Kleidung mit Tuch und roten Stiefeln von Haus zu Haus und singen Lieder, um zu zeigen, wie glücklich wir sind, das Jesus Christus geboren ist“ beschrieb Juliana Pidwalna die ukrainischen Traditionen. Als Fastenspeise bot sie Kutja an, die aus gekochten Weizenkörnern mit eingeweichtem Mohn und je nach Geschmack mit Walnüssen, Rosinen und Honig zubereitet wird. Hier weiter lesen

    Juliana Pidwalna Partnerschaftsverein

  • Ira Schemchuk & Marjana Korchynska
    Ira und Marjana haben im Juni erfolgreich die Berufsfachschule abgeschlossen. Hier ein paar Bilder von ihrem Aufenthalt in Wiesbaden.
    ira-marjana-partnerschaftsverein-pawelsz-kamenez-ukraine ira-marjana-partnerschaftsverein-pawelsz-kamenez-ukraine
  • Tanja, Ulyana und Mariia

    tanja-partnerschaftsverein-pawelsz-kamenez-ukraine Einen herrlichen Tag! Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Tetiana Bilyk und ich bin eine ehemalige Schülerin der Schulze-Delitzsch-Schule. ene Institution absolvierte ich erfolgreich 2011. Mein Weg in die Schule war wohl länger und schwieriger im Vergleich zu anderen Mädchen. Es ist mir aber gelungen, ans Ziel zu kommen, weil solche Persönlichkeiten wie Raissa Pavljukewytsch, Frau von Pawelsz-Wolf, Tanja Pastushok, Martina Lotz und die Gastfamilie Heinze an meiner Seite in dieser Zeit standen. Dank dieser Leute scheiterte mein Traum nicht. Raissa Pawljukowytsch, die Quelle der Hoffnung in düsteren, ukrainischen Zuständen, öffnete mir den Weg zur Schule.

    Nie zu vergessen sind Frau von Pawelsz-Wolf Anstrengungen, eine Gastfamilie für mich zu finden. Zu diesem Zweck erschien sogar ein Artikel in der einheimischen Zeitung über die Tätigkeit des Vereins. Tanja Pastushok und ihr Ehemann waren so lieb, mir, fremder Person, die sie zuvor nie getroffen hatten, ein Obdach und Essen für geraume Zeit zu gewähren, obwohl sie selbst damals nicht genug Platz hatten. Kaum zu überschätzen ist die Bekanntschaft und Freundschaft mit Martina Lotz. Eine wunderschöne Frau mit gutem, weichem Herzen und kühlem, praktischem Kopf. Ihr unerschöpfliches Engagement bewundere ich bis heute.

    Die Gastoma Marianne Heinze stellte mir in unendlichen Erzählungen über ihre Kindheit, en II. Weltkrieg, das Leben in der BRD bis zum Mauerfall und Beziehungen zu Weissrußland ein anderes unbekanntes Deutschland dar. Alle diese Begegnungen haben mich geprägt und bleiben für immer in Erinnerung. Der zweijährige Besuch der Schulze-Delitzsch-Schule bot eine perfekte zusätzliche kaufmännische Ausbildung zur fünfjährigen pädagogischen. In erster Linie verbesserte ich meine Deutschkenntnisse. Als ich mit der Schule anfing, wusste ich nur wie man den Computer ein- und ausschaltet. Deswegen war ich stolz auf mich, als ich nach 2 Jahren Präsentaionen in PowerPoint erarbeiten, Tabellen in Exel erstellen konnte, des Führens der kaufmännischen Korrespondenz mächtig war. Es hat sich erwiesen, dass Sportunterricht interressant sein kann. Dank Herrn Drieschmanns bin ich Profi bei Präsentationen und habe keine Angst eine Rede vor Publikum zu halten, weil ich weiß, wie man das richtig macht. Frau Mahlmeister ließ uns umfangreiche Kenntnisse im Personalwesen aneignen.

    Nicht zu vergessen sind gemeinsame Klassenausflüge, aber noch mehr die von Frau Schmithals organisierten Klassengespräche. Es lohnte sich nach Deutschland zu kommen, um von Frau Rubertus das Lob zu hören, ich sei kaufmännisch begabt. Der Unterricht in Politik und Religion vermittelte nicht nur ehtische Werte, sondern auch politisches und religiöses Wissen (z. B. Berührungspunkte der unterschiedlichen Religionen) bezogen auf Alltagsthemen. Im Rahmen der Ausbildung machte ich ein zweiwöchiges Praktikum bei einem Reisebüro in Berlin. An der Stelle möchte ich mich bei Peter Koller für die zur Verfügung gestellte Wohnung bedanken. Berlin ist eine besondere Stadt mit stark ausgeprägter Massenkultur. ort erlebte ich zum ersten Mal Simultan- und Konsekutivdolmetschen, was später meinen weiteren Lebensweg bestimmen sollte.

    Die Schulze-Delitsch-Schule und alles was damit in Verbindung stand, war ein tolles, unvergessliches Erlebnis, das mich ein Stück weiter brachte, mich zu einer Millionerin im geistigen Sinne machte. Antoine de Saint-Exupery sagte einmal: "Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung". Einen herzlichen, menschlichen Dank an den deutsch-ukrainischen Verein, insbesondere an Frau von Pawelsz-Wolf für die gegebene Möglichkeit, die Blickrichtung zu wechseln, um morgen für mein eigenes Land nützlich sein zu können.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Tetiana Bilyk.
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  • Natascha und Julia: Wiesbaden! Auf Wiedersehen!

    natascha-julia-partnerschaftsverein-pawelsz-kamenez-ukraine August 2009… Das war unser letzter Monat in Deutschland… Schade. Aber gleichzeitig waren wir glücklich! Zwei Jahre – zwei wunderschöne Jahre – haben wir in Wiesbaden verbracht. Wir sind stolz, dass wir in unserer Schule –Schulze-Delitzsch-Schule – gelernt haben. Das war eine ganz neue Erfahrung für uns – ein neues Lerngebiet, neue Unterrichtsmethoden, ein neues Schulsystem überhaupt.

    Viele neue Kenntnisse haben wir uns angeeignet, Kenntnisse, die in unserer modernen Welt von großer Bedeutung sind. Wir konnten uns nicht nur in beruflicher, sondern auch in kultureller Hinsicht entwickeln. Beeindruckend war es für uns, wie viele Nationalitäten in Deutschland leben. Alleine in unserer Klasse gab es Vertreter von verschiedenen Ländern: Iran, Türkei, Polen, Russland, Italien, Rumänien, Albanien, Afghanistan, Tschechische Republik und, natürlich, Deutschland. Jeder hat eigene Kultur repräsentiert, von jedem haben wir etwas Besonderes und Interessantes erfahren. Mit unserer Klasse haben wir verschiedene Aktivitäten und Ausflüge gemacht. Wir besuchten die größte Bio-Messe der Welt in Nürnberg, nahmen an ESWE- und Leonardo-Wettbewerben teil, hatten ganz viel Spaß im Europa-Park und im Bowling-Club. Besonders freuten wir uns über unseren Sieg beim ESWE-Wettbewerb. Als Belohnung bekamen wir eine gemeinsame Kanu-Tour auf der Lahn mit anschließender Grill-Party und Piratenspielen in einem Biergarten.

    natascha-julia-partnerschaftsverein-pawelsz-kamenez-ukraine Im August kam auch die Zeit, uns von unseren deutschen Familien zu verabschieden. Der Gedanke daran fiel uns nicht leicht. Ach, unsere lieben Familien: Familie Bartling und Familie Knecht! Wir haben Euch soooo… lieb! Danke für das Gefühl, immer zu Hause zu sein, für Euren Glauben an uns und für all die schönen Momente, die wir zusammen erlebt haben. Wir vermissen Euch!!!!

    Einen großen herzlichen Dank an unseren Förderverein Wiesbaden-Schierstein*Kamjanez-Podolski e. V., der uns das alles ermöglicht hat. Seit vielen Jahren unterstützen Sie die jungen Mädchen aus unserem Land, geben uns die Chance, eine gute Ausbildung zu bekommen und sicherer in die Zukunft zu blicken. Mit der Seelenwärme denken wir daran, wie herzlich Sie uns aufgenommen haben und wie wohl wir uns bei Ihnen gefühlt haben.

    So haben wir Deutschland erlebt: mit vielen schönen Städten, altertümlichen Burgen, gastfreundlichen Leuten, fabelhaften Weihnachtsmärkten und wundervoller Natur. Ja, es war eine herrliche Zeit!

    Vielen herzlichen Dank dafür!
    Natascha
    Abschlussball im Kurhaus Wiesbaden - Julia, Natascha und SDS-Klasse Abschiedsfeier mit Familien Knecht und Bartling - Julia, Natascha Weinfest in Wiesbaden
    Treffen mit Natascha in Wiesbaden mit Martina Lotz, Doris Engel und Mariia Rymar Treffen mit Natascha in Wiesbaden mit Martina Lotz, Doris Engel und Mariia Rymar Treffen mit Natascha in Wiesbaden mit Martina Lotz, Doris Engel und Mariia Rymar

  • Nina Ljuba

    Es ist nützlich über den Weg nachzudenken, gerade dann, wenn du schon am Ziel bist. Das sollte gewiß deinen Nachfolgern zugunsten dienen. Damit sie deine Fehler nicht wiederholen und Bescheid wissen, wo es "Schwellen unter dem Wasser" gibt. Wie war es eigentlich, ans Ziel zu kommen? Nicht einfach, manchmal anspruchsvoll aber mit Sicherheit interessant. Weil du wächst, indem du Schwierigkeiten überwindest. Tja, "Schwierigkeiten" ist laut gesagt. Eher Aufgaben, deren Lösungen uns derzeit nicht bekannt waren. Allerdings, wenn man nach Deutschland kommt, ist der Unterschied drastisch zu merken. Von solchen Kleinigkeiten, wie Knopf "Stop" im Bus (ich meine es ernst, die richtige Haltestelle habe ich am ersten Mal im deutschen Bus verpasst) bis auf komplexen Regeln im Meinungsaustausch. Und je länger du hier lebst, desto mehr selbstverständlich scheint dir der "deutsche Standard" (zumindest habe ich so empfunden) und du willst letztendlich diese Komponenten in dein Leben hineinbringen. Ich gebe zu, die vergangenen 2 Jahre tragen enorm in unser Leben bei (ich sage bewusst "in unser Leben", weil ich damit auch das 2. Mädchen meine - Lidia). Zum Beispiel mit wichtigen Kenntnissen und Fähigkeiten, die wir an der Schulze-Delitzsch-Schule erworben haben. Das sind keine leeren Worte. Sie werden staunen

    •   wie gut wir uns in Rechnungswesen auskennen,
    •   wie einfach fällt es uns, die Briefe nach DIN-Regeln zu gestalten, ein Break-Even-Point auszurechnen
    •   oder eine anständige Power-Point-Präsentation vorzubereiten
    •   und die Tatsache, dass Lidia (ohne Vorkenntnisse) eine Note "2" in Englisch kassiert hat, lässt keine andere Wahl, als nur zu sagen: Hut ab! Und, lieber Nachfolger, denkt daran, wir haben hier vom "0" angefangen. Also jeder kann mit gewissem Fleiß viel erreichen. Ja, ab und zu haben wir einen Spott hinnehmen müssen. Aber lasst euch nicht von eurem Ziel abhalten! Und sucht euch viele Freunde in der Klasse. Teenagers hier sind echt interessant. Schließlich habt ihr eine Chance, zum zweiten Mal das Teeny-Alter zu erleben. Was wir noch aus dem 2-jährigen Programm mitnehmen sind sogenannte Soft Skills (Schlüsselqualifikationen). Nämlich:
    •   Teamfähigkeit (die Gastfamilie ist nichts anderes, als Team)
    •   Lernfähigkeit (das heißt, man muss eine konstruktive Kritik akzeptieren und aus eigenen Fehlern lernen)
    •   Kommunikationsfähigkeit (ein sehr wichtiges Bestandteil eines erfolgreichen Aufenthalts hier, besonders in den Familien mit Kindern)
    •   Selbständigkeit (man muss selber Entscheidungen treffen, einen Rhythmus ausarbeiten, das eigene Pensum festlegen usw.)

    Anders formuliert, dient das 2-jährige Programm in Deutschland als eine Tür ins ernsthafte erwachsene Leben.

    Viel Erfolg euch dabei!
  • Olga Sugera

    Ich möchte mich gerne bei der Familie Holger und Christel Gossmann bedanken, die mich bei sich aufgenommen haben und zwei Jahre als ihre eigene Tochter behandelt haben. Auch bei den Mitgliedern des Schierschteins-Kamenez-Podilskij Vereins, die mir diese Ausbildung in Wiesbaden ermöglicht haben - Frau Raissa Pawlukowitch, Frau Maria von Pawelsz-Wolf, Frau Charlotte mit Dr. Klaus Knuth, Wolfgang Kessels und allen anderen, die ich jetzt nicht erwähne, aber immer an sie denken werde.

    Als man mich gefragt hat, ob ich etwas über meine Ausbildung an der Schulze-Delitsch-Schule zu erzählen hätte, wusste ich anfangs nicht, worüber ich schreiben könnte. Nicht, dass ich überhaupt nichts zu berichten hätte, im Gegenteil – ich hatte zu viel zu erzählen. Alle möglichen Gedanken sind mir durch den Kopf geschossen, womit ich anfangen sollte. ALSO, Nach zwei Jahren Ausbildung bin ich berechtigt, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte kaufmännische Assistentin für Bürowirtschaft" zu führen. Was so kompliziert klingen mag, ist im Grunde genommen sehr einfach. Das sage ich natürlich jetzt, wo ich die Ausbildung schon hinter mich gebracht habe. Am Anfang war alles ganz anderes.

    In der Schulze-Delitzsch-Schule in Wiesbaden wird Bürowirtschaft als Schulform angeboten. Es ist eine zweijährige Ausbildung zur staatlich geprüften kaufmännische Assistenten/in, die Theorie und Praxis in sich vereint, d.h. die Schüler haben die Möglichkeit in diesen zwei Jahren nicht nur theoretisch die Abläufe des Unternehmens zu erlernen, sondern auch praktisch in einem Betrieb, z. B. der Sparkasse, bei der Buchhandlung oder in einem anderen Geschäft, ihre Kenntnisse während eines 6-wöchigen Praktikums zu verbessern.

    Ich erinnere mich mit gemischten Gefühlen an die Schule. Der aufregendste Tag war, wie für die meisten Menschen, der erste Schultag. Am frühen Montagmorgen hat alles schon angefangen mit Suche der Räume. Mir ging es genauso wie den anderen, die erschöpft von dieser Suche ins Klassenzimmer hineinplatzten. Ich hatte Glück, ich habe es rechtzeitig gefunden. Da durfte ich schon meine Klassenlehrerin kennen lernen – Frau Mahlmeister – und meine Mitschüler ( 23 Jungen und Mädchen ) und mir eine vage Vorstellung davon verschaffen, wie es weiter gehen wird. Ich hatte keine Zweifel, dass ich die Ausbildung schaffen werde, aber damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass es doch viel leichter für mich werden würde als ich mir gedacht hatte. Die ersten Unterrichtsstunden liefen ganz ruhig ab, bevor wir uns alle „beschnuppert" hatten.

    SODOM UND GOMORRHA kamen erst später. Die Leute, die zufällig in diese Klasse 11 BF (Bürowirtschaft) gekommen sind, weil sie keine anderen Ausbildungsplätze gefunden haben, hatten anschliessend kein Interesse daran, sich wenigstens zu bemühen still im Unterricht zu sitzen und den anderen die Möglichkeit zu geben, was zu lernen. Alle Lehrer haben angefangen über die 11 BF zu klagen. Es wurde immer schwieriger mit den Jungs (nicht, dass man meinen mochte, die Mädchen hätten die Klasse auf den Kopf gestellt.) Besonders schwer war es im Unterricht mit den Lehrern, die keinen Einfluss auf die „Bösen" unserer Zeit hatten. Unter diesen Umständen, die ich nicht unerwähnt lassen kann, hat der andere Teil – die „Guten" unserer Zeit – versucht, etwas vom Unterricht mitzukriegen. Die ersten Überraschungen kamen mit der Unterrichtsgestaltung allgemein.

    Wir lernen ein neues Thema, dazu bekommen wir entweder irgendwelche Information vom Lehrer oder wir sammeln stichpunktartig unsere Gedanken und Ideen zu diesem Thema selbst. In Deutschland wird das Mündliche im Unterricht benotet. Die Note hat einen großen Einfluss auf die Endnote, die sich aus der Note für mündliche und schriftliche Leistung zusammensetzt. Zur Note zählt man normalerweise die Mitarbeit des Schülers, seine Antworten und vielleicht einen Teil der Hausaufgaben. Der Lehrer macht sich entsprechend Notizen. In ganz wenigen Fällen bekamen wir Hausaufgaben. Es wurden auch nur eine bis zwei Kontrollarbeiten pro Fach geschrieben (für ein Halbjahr). Bei der Benotung dieser Arbeiten gibt es ein System der Punkteverteilung. Sehr oft haben wir Gruppenarbeit gemacht, was mir teilweise nicht gefallen hat. Ich bin gewohnt, von meiner Schule aus, selbstständig für mich allein zu arbeiten.

    Den besten Eindruck hat mein erster Unterricht in meinem Gedächtnis hinterlassen. Wir sollten ein Projekt erstellen, sozusagen eine Werbung für unsere Erfindung. Die Erfindung bestand darin, dass ein Ei aus dem 3. Stock sicher auf dem Boden landen sollte. Es mag wahrscheinlich komisch klingen, aber in Wirklichkeit war das sehr spannend. Wir bekamen 3 Luftballons, ein Stück Pappe, einen Meter Leine und einen Meter Kleberband. Das war unsere erste Gruppenaufgabe, in die 3 – 4 Schüler ihre Ideen zusammenbringen sollten. So „ein Schwein" hatte jedes Ei beim Runterfallen gehabt – keines ist kaputtgegangen, nur bei der Werbung für die Erfindung waren wir alle noch ein bisschen schüchtern. Das hat aber im Nachhinein die ganze Klase aufgemuntert. z. B. Microsoft Word, Excel, Access, Power Point usw. Diese Kenntnisse werden jetzt überall gefragt.

    Im Fach „Präsentation" haben wir gelernt, wie man richtig einen Vortrag halten soll, wie man korrekt Material zusammenstellt und dann gut herüberbringt, um beim Zuhörer Interesse zu wecken, den das Thema vorher überhaupt nicht interessiert hat. Wir hatten viel Spaß bei der Erstellung von Power Point Präsentationen. Hier war schon unsere Kreativität bei der Materialzusammenstellung und Bildersuche gefragt. Sehr oft haben wir auch das Internet benötigt. Und meine letzte Abschlussprüfung in diesem Fach habe ich mit großer Freude gemacht. Mein Thema „Nichts wissen. Alles verlieren" lautete sehr mystisch, was mehrere Lehrer dazu gebracht hat, freiwillig meinen Vortrag zu besuchen.
    Fach „Buchführung" hatte mir auch viel Freude gebracht, weil ich dort überwiegend mit den Aufgaben alleine beschäftigt war, und da mir die Zahlen und Rechenaufgaben immer sehr am Herzen lagen, war es sehr interessant für mich in diesem Bereich etwas Neues zu lernen. Um sie weiter nicht zu langweilen, möchte ich mich für ihre Aufmerksamkeit zu bedanken, falls sie meinen Bericht bis zum Ende gelesen haben..

  • Tetyana Pastushok
    tetyana-pastushok-partnerschaftsverein-pawelsz-kamenez-ukraine

    In Kamjanez schläft man besser ... Die Ferien waren sehr schön, aber wie immer zu kurz. Wenn man drei Begriffe zu nennen hat, die mit den Ferien verbunden sind, nennt man meistens: länger schlafen, mit den Freunden ausgehen und auch reisen. Einer hat sich an der Ostseeküste erholt, der andere war in Florida, noch jemand reiste nach Griechenland und vergnügte sich im Robinson-Club.

    Man kann aber die Ferien anders verbringen, wobei man stündlich einen anderen Termin hat und immer unterwegs ist. Und trotzdem macht man das mit Vergnügen. So verlief die Urlaubszeit von Frau Maria von Pawelsz-Wolf, der Vorsitzenden des uns bekannten Partnerschaftsvereins Wiesbaden-Schierstein * Kamjanez-Podilski, die mit ihren Freunden vom 6. Oktober bis 15. Oktober 2000 eine Reise in die Ukraine machte. Ich nenne drei Begriffe, die sie als ihr Motto auch nennen würde:

    *den Menschen helfen,
    *sich über die Erfolge der Menschen freuen,
    *mit den Menschen in Verbindung stehen.

    Das sind auch keine leeren Worte. Dahinter steht mühsame Arbeit, und zwar nicht nur ihre, sondern auch aller Vereinsmitglieder und das schon seit über neun Jahren. So haben zum Beispiel Ende September d. J. drei Lkws einen Teil von 300 Krankenbetten, die von der Bundeswehr gespendet wurden, und die Kleiderkartons nach Kamjanez gebracht. Der nächste Transport wird in diesem Monat vorbereitet. Und der Wunsch weiter zu helfen, wird noch größer, wenn man sich überzeugen kann, dass die Hilfe auch richtig ankommt, dass es Hilfe zur Selbsthilfe wird, so wie es auch gedacht ist.

    Es war ergreifend zu sehen, dass Herr Myroslaw Matschak, der für seine Mini-Druckerei vor ein paar Jahren schon vom Verein eine Ausstattung bekommen hat, heutzutage 19 Arbeitsplätze geschafft hat oder dass die Nähstube, der Friseursalon, die Kaffeestube vielen Menschen Freude bereiten. Selbstverständlich sind noch viele Schwierigkeiten zu überwinden, doch die Hauptsache ist, dass die Menschen nicht aufgeben. Ein Grund dafür ist die Unterstützung des jetzigen Bürgermeisters, in dem der neue Führungstyp zu erkennen ist.

    Während des Besuches in Kamjanez wurde jede Möglichkeit wahrgenommen, um den Bedürftigen zu helfen. Zum erfreulichen Abend, der unter dem Motto "Beeilt Euch, das Gute zu tun" stattfand, kamen über 80 Gäste. Die an diesem Abend gespendeten Einnahmen bekommt die Waisenfamilie mit 4 Kindern für die Renovierung ihrer Wohnung. In den Augen dieser Kinder konnte man viel lesen. Das Angenehme an dem Abend war auch, dass Frau von Pawelsz-Wolf, einfach Pani Maria genannt, mit dem Orden "Ehre und Respekt" für ihre langjährige Wohltätigkeit ausgezeichnet wurde. Es ist schön zu wissen, dass ihr guter Willen von den Menschen anerkannt wird.

    Die schönsten Farben der goldenen Jahreszeit und die freundliche ukrainische Sonne haben der Reise in die Ukraine eine ganz besondere Note gegeben. Außerdem wurde festgestellt: in Kamjanez in dem Hotel, wo die Dusche zur Decke spritzt und wo der Fahrstuhl nicht immer geht, schläft man nach dem langen Tag viel viel besser, als in dem schicken Hotel bei der Übernachtung in Polen.

  • Switlana

    Über den Partnerschaftsverein werden seit einigen Jahren junge Ukrainerinnen an der Schulze-Delitzsch-Schule in Wiesbaden kaufmännisch ausgebildet. Nach der Ausbildung gehen sie zurück in ihre Heimat und bemühen sich dort um eine Arbeit. Wir halten den Kontakt, um an ihrem Leben in der Ukraine teilzunehmen.

    Gerade erhielt ich einen Brief von Switlana, die nach zwei Jahren im vergangenen Juli als staatlich geprüfte Betriebswirtschaftsassistentin nach Kiew zurückgekehrt war. Aus ihrem Brief will ich einige Passagen zitieren, um zu zeigen, daß unser Engagement bei der Ausbildung eine gute Form der Entwicklungshilfe ist: " Seit Februar bin ich in der Probezeit als Assistentin der Geschäftsleitung in der Kyjiwer Repräsentanz der deutschen Beratungsfirma ULC. Mein Chef ist Unternehmensberater mit 45 Jahren Berufserfahrung. Seine Tätigkeit in der Ukraine hat er im Jahre 1998 im Rahmen des deutsch-ukrainischen Regierungsprogramms TRANSFORM angefangen. Heutzutage ist er selbständig und berät nach der Auflösung des Projekts seine alten Kunden – kleine und mittelständische Unternehmen – weiter. Meine Aufgaben liegen im Außenbereich. Das sind:

    * mündliche und schriftliche Übersetzungen,
    * Vorbereitung und Erstellen von Entscheidungsvorlagen,
    * Aktive Unterstützung der Geschäftsleitung im Tagesgeschäft,
    * Vor- und Nachbereitung von Geschäftskontakten ,
    * Terminplanung, Protokollführung, übliche Bürotätigkeiten usw.

    Diese Arbeit gefällt mir, macht Spaß und gibt die Möglichkeit, meine in Deutschland erworbenen Kenntnisse gut umzusetzen. Dabei lerne ich unheimlich viel und kann Miete und das Notwendigste bezahlen....."

    Sie erzählt von ihrer Familie: vom Tod der geliebten Großmutter und der Freude an der kleinen Nichte Lisa. "Solche Polargegensätze im Leben geben auch viel zum Nachdenken. Man überzeugt sich noch einmal davon, daß das Materielle nicht das Wichtigste ist: Unser größter Schatz ist das Leben."

    Es macht Freude, daß die jungen Menschen in ihrer Heimat nachdenken und zu dem Schluß kommen, daß es mehr gibt als nur den materiellen Wohlstand!
    Maria von Pawelsz-Wolf (Brief von Switlana)